Worauf kommt es beim Bootskauf an? Vorüberlegungen

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Viele Menschen spielen mit dem Gedanken, ein eigenes Boot zu kaufen. Sie hadern aber etwas mit dem Bootskauf. Immerhin ist ein Boot kein billiges Vergnügen. Ein Boot zu besitzen, kann viel Freude bereiten: Je nach Belieben kann der Bootssport auf dem Wasser rasant oder gemütlich sein. Segler freuen sich über die sportliche Variante. Menschen, die gern auf Tour gehen, lieben das Nomadenhafte einer ausgedehnten Reise über Flüsse und Kanäle mit dem Motorboot. Angler und Schwimmer finden Reviere, die von Land aus wenig zugänglich sind. Auf Grund meiner nun langjährigen Beobachtung und eigenen Erfahrung gebe ich hier nun ein paar Tipps. Ich stelle dar, worauf man achten sollte, wenn man ein Boot anschaffen möchte.

Dies wird eine Beitragsserie. Im ersten Beitrag gehe ich auf die Fragen ein, die man sich stellen sollte, bevor man auf die Suche nach dem geeigneten Boot geht.

1. Am wichtigsten beim Bootskauf: Das eigene Budget kennen

Ein Symbolbild für den Bootskauf mit einem grünen aus Papier gefalteten Boot und einem Bleistift
Vor einem Bootskauf sollte man einiges festlegen – Symbolbild © Trifonenko Ivan

Bevor man sich ein Boot zulegt, sollte man wissen, ob man es sich leisten kann. Dies klingt einfach und einleuchtend. Das ist es aber nicht. Denn ein Boot verursacht auch Folgekosten. Man sollte sich also als erstes überlegen:

  • Wie viel kann ich mir als Anschaffungskosten leisten? Zu den Anschaffungskosten zählen auch die Kosten der ersten Ausrüstung. Dazu komme ich später.
  • Wie viel Geld kann ich pro Jahr für die laufenden Kosten des Bootes aufwenden? Womit zu rechnen ist, erläutere ich hier auch.

2. Kredit und Vermietung sind schwierige Optionen zur Finanzierung

Sollte das Boot per Kredit finanziert werden, ist wichtig zu wissen, dass das Boot selbst wohl wenig als Kreditsicherheit taugen wird. Denn anders als ein Gebrauchtwagen lässt es sich nicht rasch wieder zu flüssigem Geld umwandeln. Und das wissen auch die Banken. Wer also keinen günstigen Allzweckkredit erhalten kann, sollte diese Möglichkeit gleich wieder vergessen.

Schwer umsetzbar ist auch das Vorhaben, mit gelegentlichen Vermietungen des Bootes einen Teil der Kosten wieder hereinzuholen. Denn hierzu sind zum einen einige rechtliche Voraussetzungen zu erfüllen. Diese sind zwar nicht übertrieben, aber erzeugen etwas Aufwand. So benötigt das Boot ein spezielles Kennzeichen, und man muss ein Gewerbe anmelden, wenn man sich nicht gleich mit dem Finanzamt auf “Liebhaberei” mangels Kostendeckung einigt. Zudem muss in der Praxis jemand vor Ort sein, der das Boot übergibt, die Formalitäten mit Mietern erledigt (man will ja wissen, wer das Boot mietet, und eine Unterschrift und Geld erhalten) und auch bei der Rückgabe auf Schadenfreiheit und einen vollen Tank achtet.

3. Segelboot oder Motorboot?

Darüber, ob es ein Segel- oder ein Motorboot werden soll, werden die meisten eine klare Vorstellung haben. Das dachte ich zumindest, als ich dieses Posting ursprünglich verfasste. Später wurde ich auf einen Artikel im Blog von Julian Buß aufmerksam. Julian Buß war ursprünglich Segler. In dem Artikel berichtet er, wie er gemeinsam mit seiner Familie abgewogen hatte, ob der Kauf eines Motorbootes nicht dennoch sinnvoller wäre.  Hier lässt sich nachlesen, welche umfangreichen Erwägungen Julian zu der Entscheidung für ein Motorboot bewegt haben:

Abbildung einer Artikelseite zur Entscheidung für ein Motorboot
Die Webseite booteblog.net enthält einen Artikel darüber, welche Gesichtspunkte für den Kauf eines Motorbootes anstelle eines Segelbootes sprechen. © Julian Buß

4. Größe des Bootes

Manche halten es bei Booten wie mit Autos: Je dicker der Kahn ist, desto mehr kann man damit renommieren. Die meisten begreifen aber, dass die vernünftige Größe davon abhängt, was man mit dem Boot machen möchte. Hierzu sollte man sich zunächst unabhängig von finanziellen Erwägungen überlegen, was man mit dem Boot machen möchte, und dann erst schauen, ob die Pläne so finanzierbar sind.

Denn es ist nach wie vor eine bessere Option, wenn man kein Boot kauft, als wenn man sich für die geplante Verwendung das Boot eigentlich nicht leisten kann. Ebenso wäre es unsinnig, wenn man mehr Geld ausgibt, als es nötig ist, auch wenn man dieses Geld aufbringen könnte.

4.1 Ein größeres Boot bedeutet mehr Arbeit

Es handelt sich bei der Entscheidung über die Größe um eine Aufwand-Nutzen-Rechnung. Der Aufwand besteht dabei nicht nur im Geld, sondern auch im Zeitaufwand. Boote müssen gesäubert werden. Der Unterwasseranstrich sollte spätestens alle zwei Jahre, am besten jedes Jahr erneuert werden. Ebenso sind die Anstriche oder Lackierungen über Wasser gelegentlich nachzubessern. Diese Arbeiten an Fachkräfte auszulagern, ist sehr teuer. Die meisten Bootseigner erledigen sie selbst, auch wenn sie finanziell gut dastehen. Je größer das Boot ist, desto größer sind auch die zu behandelnden Flächen.

4.2 Die richtige Größe hängt vom Zweck ab

Wer nur tagsüber unterwegs ist und Geschwindigkeit liebt, ist mit einem kleinen Boot gut bedient. Im Gegensatz zu einem Großschiff sind diese Boote, wenn sie keine Verdränger sind (dazu später), sehr schnell, wenig und kommen als Motorboote auch mit weniger Treibstoff schnell auf Touren.

4.2.1 Der Sinn einer Kajüte

Eine Kajüte, wenn auch eine kleine, sollten Boote haben, mit denen man mehr als ein paar weniger Stunden und nicht nur alleine unterwegs ist. Erfahrungsgemäß wollen sich Gäste, vor allem vor und nach dem Baden, mal umziehen und dabei nicht von allen beobachtet werden. Umziehen ist irgendwie persönlicher als Baden. Auch passionierte Nacktbader wollen außer von engsten Familienmitgliedern beim Umziehen nicht gern beobachtet werden. Man kann auf Booten auch andere höchstpersönliche Dinge treiben und die Diskretion, die eine Kajüte bietet, schätzen. Nicht vergessen sollte man auch, dass man mal auf die Toilette muss. Ab einer Besatzung von drei Personen ist dies nach höchstens einer Stunde der Fall. In geeigneten Kajüten kann man eine Chemietoilette einbauen. Toiletten, die nach außenbords spülen, sind nur noch per Bestandsschutz in alten Booten zulässig, niemals auf dem Bodensee, und sollten nur nach dem Baden verwendet werden, damit man keine “alten Bekannten” wiedertrifft.

Eine Kajüte erlaubt es zudem einzelnen Mitfahrern, sich kurz zurückzuziehen oder hinzulegen. Manche werden an Bord überraschend müde.

4.2.2 Der Sinn einer Schlafkoje

Eine Schlafkoje ist natürlich unverzichtbar, wenn man das Boot für mehrtägige Ausflüge nutzen möchte. Erst recht gilt das, wenn man zeitweise auf dem Boot lebt. Ich kenne einige Leute, die in den Sommermonaten praktisch nur auf ihrem Boot leben und in ihre Wohnung nur zum Waschen der Wäsche zurückkehren. Das Boot wird genutzt wie eine Gartenlaube.

Will man auf dem Boot übernachten, sollte man beim Bootskauf auf die richtige Dimensionierung der Kojen und überhaupt des Bootes achten. Die in den Beschreibungen von Booten angegebene Anzahl an Schlafplätzen bezieht sich auf Verhältnisse, in denen die Übernachtenden sehr, sehr gut miteinander harmonieren. Wer langfristige Aufenthalte an Bord plant, sollte Situationen, in denen jemand erkältet ist, schnarcht oder auch einmal schlecht gelaunt ist, berücksichtigen. Die Faustregel ist: Alles das, was man zu Hause an gelegentlichen Ausweichmöglichkeiten nutzt, sollte auch auf dem Boot vorhanden sein.

Man sollte vielleicht gar nicht mit dem Ziel an einen ersten Bootskauf herangehen, viele Tage auf dem Boot zu übernachten. Vielleicht genügt zum Einstieg auch ein kleineres Boot. Wenn man damit genügend Erfahrung gesammelt hat, kann man immer noch auf größere Dimensionen umsteigen.

 5. Gleiter oder Verdränger

Ebenso vom Verwendungszweck abhängig ist es, ob man lieber einen Gleiter oder einen Verdränger kauft. Worin der Unterschied besteht, lernt man mit dem Sportbootführerschein. Daher erläutere ich das hier nur kurz.

Ein Boot in Verdränger-Bauweise mit der Beschriftung "Alkor" in Fahrt auf einem Fluss.
Verdränger in Fahrt – (c) “Huhu Uet” – Lizenz: CC BY 3.0

Ein Verdränger befindet sich stets mit seiner vollen Rumpflänge im Wasser. Seine Höchstgeschwindigkeit wird allein durch seine Rumpflänge bestimmt. Mehr Motorleistung bringt darüber hinaus nicht mehr Geschwindigkeit. Wer sich zum ersten Mal mit einem Bootskauf befasst, wird einen Verdränger oftmals nicht in Betracht ziehen. Wer aber hauptsächlich auf Binnengewässern fährt, wo die Höchstgeschwindigkeit oftmals nur 10 oder 12 Kilometer in der Stunde beträgt, ist mit einem Verdränger unter Umständen gut bedient.

Ein Halbgleiter in Fahrt auf der Weser, vom Ufer aus fotografiert.
Halbgleiter – (c) “Bin im Garten” – Lizenz CC-BY-SA 3.0

Die Geschwindigkeit eines Gleiters ist hingegen, anders bei einem Verdränger, nicht an eine physikalische Grenze gebunden. Der Rumpf eines Gleiters hebt sich mit zunehmender Geschwindigkeit aus dem Wasser. Sehr viele Boote, die als Gleiter angeboten werden, sind in Wahrheit Halbgleiter, weil sie sich normalerweise niemals völlig aus dem Wasser heben. Halbgleiter und Gleiter haben neben dem Geschwindigkeitsvorteil auch einen geringen Vorteil eines günstigeren Treibstoffverbrauchs, der aber durch andere Faktoren, wie etwa der Auswahl eines ungünstigen Propellers, wieder zunichte gemacht werden kann.

6. Material

Abhängig von der Bauform stehen verschiedene Baumaterialien zur Verfügung. Vor einem Bootskauf ist es ratsam, wenn man die Vor- und Nachteile dieser Materialien kennt, um auf Seiten mit Inseraten und vor Ort gleich aus einem engeren Kreis an Booten auswählen zu können.

6.1 Glasfaserverstärkter Kunststoff (GFK)

Der glasfaserverstärkte Kunststoff ist das bevorzugte Material im modernen Bootsbau. Wer hieran beim Bootskauf als erstes denkt, macht jedenfalls nichts falsch. GFK ist dasselbe Material, aus dem auch die Aufbauten von Camping-Vans oder Badewannen für Babys hergestellt werden. Bootsbauer können gutes GFK fast beliebig formen. Das Material ist elastisch genug, um Belastungen auszuhalten.

Beschädigungen der oberen Schutzschicht, des sogenannten Gelcoat, muss man aber rasch reparieren. Das gilt vor allem, wenn sich die Schäden unter Wasser befinden. Reparaturen können  handwerklich geschickte und mit entsprechendem Werkzeug ausgestattete und geduldige Menschen selbst vornehmen. Ansonsten sind sie recht teuer.

GFK ist nicht vollständig wasserbeständig. So genannte Osmose greift es an. Osmose ist nicht häufig anzutreffen. Wenn sie auftritt, muss man sie aber unbedingt behandeln. Bootshersteller verwenden GFK für Gleiter und seltener auch für größere Verdränger.

6.2 Stahl

Vor allem ältere und größere Boote sind häufig aus Stahl hergestellt. Stahl hält bei ausreichender Pflege praktisch ewig. Ein Stahlboot, das ausreichend gepflegt oder restauriert worden ist, kann auch dann, wenn es 1920 erbaut worden ist, ebenso tauglich sein wie nach dem Stapellauf.

Stahlboote sind praktisch immer Verdränger. Sie sind also für hohe Geschwindigkeiten nicht geeignet. Eher eignen sie sich für gemütlichere Fahrten, vor allem im Binnenbereich.

Bei langen Törns ohne Landgang haben sie den Vorteil, dass sie bei Gewitter einen Faradayschen Käfig bilden. Anders als in GFK-Booten hat man also in diesen Booten relative Sicherheit, wenn es plötzlich oder erwartet zu einem Unwetter kommt. Anstriche von Stahlbooten bestehen im Vergleich zu GFK-Booten aus mehr Schichten. Wenn es also – vielleicht auch direkt nach dem Bootskauf – an der Zeit wird, den Anstrich zu erneuern, muss der Besitzer einiges an Zeit einplanen. Dafür lassen sich die Schichten des alten Anstrichs in rabiaterer Weise entfernen als bei GFK-Booten, bei denen man immer darauf achten muss, dass der Gelcoat erhalten bleibt.

Bei Stahlbooten kann auch das Gewicht eine Rolle spielen. Größere Stahlboote können derart schwer sein, dass sie viele Kräne, die an Liegeplätzen eingesetzt werden, nicht gehoben werden können.

6.3 Holz

Holz ist ein Material für Liebhaber. Als ehemaliges Teil eines Lebewesens interagiert Holz mit Wasser. Dieses Verhalten des Materials widerspricht aber gerade dem Bauzweck eines Bootes, das seinen Inhalt eben vom Wasser abgrenzen soll. Mit viel Chemie, also Anstrichen, begrenzt man dieses Verhalten. Dennoch haben Holzboote ihre besonderen Eigenheiten. So kann es zum Beispiel angeblich normal sein, dass ein Holzboot nach einer Ausbesserung leicht undicht ist, bis sich durch Aufquellen selbst abdichtet. Bei Ausbesserungen muss dieselbe Holzart in demselben Farbton verfügbar sein.

Der Bug eines Holzbootes von der Seite, mit der Aufschrift "For Sale"
Wer ein Holzboot kauft, muss wissen, dass es sich um einen besonderen Werkstoff handelt – © Aintschie

Holz ist zudem Nahrung für diverse Lebewesen, die eben an Futter interessiert sind. Damit das Boot erhalten bleibt und nicht langsam im wahrsten Sinne des Wortes aufgegessen wird, muss es entsprechend chemisch behandelt werden. Mit anderen Worten müssen die Lebewesen, die am Holz nagen könnten, vergiftet werden. Zwar benötigt auch jedes andere Boot biologisch wirksame Anstriche, die Muscheln, Schnecken oder Algen davon abhalten, sich anzuheften. Diese Anstriche nennt man Antifouling. Aus den genannten Gründen sind jedenfalls auch Holzboote chemisch zu behandeln. Wer meint, dass der Baustoff irgendwie natürlicher oder ökologischer ist, mag auch dies bedenken.

Mit all diesen und weiteren Besonderheiten des Baustoffs muss man sich als Besitzer eines Holzbootes befassen. Es würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, hierauf detailliert einzugehen. Es gibt viele glückliche Holzbootbesitzer, die sich mit Liebe um ihr Boot kümmern. Vor einem Bootskauf sollte man sich nur darüber im Klaren sein, dass der Werkstoff seine Besonderheiten aufweist. Es ist nicht etwa so, dass Holz schön und natürlich und sonst wie GFK ist.

7. Revier zum Befahren – auch ein Kriterium beim Bootskauf

Vor dem Bootskauf sollte man schließlich wissen, in welchem Revier man das Boot fahren möchte. Vielleicht kommen auch gleich mehrere Reviere in Betracht.

7.1 Binnen oder See, Süßwasser oder Salzwasser

Zuallererst: Sportboote werden heutzutage nicht speziell für eine Verwendung nur auf Binnengewässern oder nur auf See konstruiert. Zwar müssen vor allem die sogenannten Opferanoden angepasst sein. Dies werde ich in einem späteren Blogbeitrag näher erläutern. Nach einem Bootskauf kann man die erforderliche Anpassung dann, wenn das Boot an Land liegt, selbst vornehmen.

7.2 Zu erwartendes Wetter und Wellengang

Etwas entscheidender ist allerdings, welcher Wellengang zu erwarten ist. Hier gilt zum einen die Faustregel, dass ein größeres Schiff größeren Wellen trotzen kann. Zum anderen gilt aber, dass das Wetter sich oft unvorhersehbar ändern kann. Das Boot sollte bei normalem Unwetter im zu befahrenden Revier sicher bleiben.

Seit dem 16. August 1998 müssen mit wenigen Ausnahmen alle in der Europäischen Union neu verkauften Boote eine CE-Kennzeichnung besitzen. Diese Kennzeichnung verrät auch, für welche Reviere und Wetter die Boote zugelassen sind. Das europäische Recht bestimmt hierzu sogenannte Entwurfskategorien. Hieran kann man sich orientieren. Die Entwurfskategorien sind im Anhang I der aktuellen Sportbooterichtlinie 2013/53/EU wie folgt beschrieben:

A.

Ein Sportboot der Entwurfskategorie A gilt als für Windstärken über 8 (Beaufort-Skala) und signifikante Wellenhöhe über 4 m ausgelegt, jedoch nicht für extreme Wetterverhältnisse wie Sturm, schwerer Sturm, Orkan, Wirbelsturm, extreme Seebedingungen oder Riesenwellen.

B.

Ein Sportboot der Entwurfskategorie B gilt als für eine Windstärke bis einschließlich 8 und signifikante Wellenhöhe bis einschließlich 4 m ausgelegt.

C.

Ein Wasserfahrzeug der Entwurfskategorie C gilt als für eine Windstärke bis einschließlich 6 und signifikante Wellenhöhe bis einschließlich 2 m ausgelegt.

D.

Ein Wasserfahrzeug der Entwurfskategorie D gilt als für eine Windstärke bis einschließlich 4 und signifikante Wellenhöhe bis einschließlich 0,3 m und gelegentliche Wellenhöhe von höchstens 0,5 m ausgelegt.

 Wasserfahrzeuge der jeweiligen Entwurfskategorie müssen so entworfen und gebaut sein, dass sie der Beanspruchung nach diesen Parametern hinsichtlich Stabilität, Auftrieb und anderen einschlägigen grundlegenden Anforderungen gemäß diesem Anhang standhalten und dass sie eine gute Manövrierfähigkeit haben.

7.3 Örtliche Nähe und Mobilität

Bereits die Überführung eines Autos kann eine teure Angelegenheit werden. Umso mehr kann es mühsam, zeitaufwändig oder teuer sein, ein Schiff zu überführen. Man sollte also besser dort nach einem Boot suchen, wo man es auch dauerhaft fahren möchte.

7.3.1 Grenzen des Trailerns

Setzt man darauf, das Boot mit dem Auto zu ziehen, sollte man dennoch vor dem Kauf prüfen, ob man die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen kann, um Überraschungen zu vermeiden. Anhänger, die dafür bestimmt sind, dass auf ihnen Boote transportiert werden, nennt man Trailer. In der Europäischen Union darf ein Pkw-Anhänger, also auch ein Trailer, ohne Sondergenehmigung maximal 3,5 Tonnen schwer sein. Das Boot darf also, wenn es getrailert werden soll, höchstens ungefähr drei Tonnen wiegen. Bei dem Gewicht ist die Ausrüstung, die sich an Bord befindet, nicht zu vernachlässigen. Sie kann rasch einige hundert Kilogramm schwer sein.

Abhängig vom Zugfahrzeug benötigt man zum Ziehen eines Trailers mit einem Anhänger einen Führerschein der Klasse B mit Schlüsselzahl 96 oder auch der Klasse BE.

Typische Fallstricke des Boottransports mit einem Pkw hat ein Sachverständiger in einem im Internet veröffentlichten Vortrag für den Verband der deutschen Transportversicherer zusammengefasst.

7.3.2 Wann man trailern muss

Ein Trailern des Bootes ist außer zur Überführung nach dem Bootskauf noch in folgenden Fällen erforderlich:

  • Dort, wo das Boot im Wasser liegt, ist kein Winterlager verfügbar. Das Boot muss oder soll über die Straße in ein Winterlager verbracht werden.
  • Das Boot soll in den Urlaub mitgenommen werden.
  • In das Winterlager soll das Boot nicht mit einem Kran, sondern über eine schräge Rampe gebracht werden. Dies nennt man “Slippen”, die schräge Rampe “Slippanlage”, und hierzu benötigt man einen Trailer.

Ist somit ein Trailern erforderlich, sollte das Boot leicht sein. Zudem kann die Maximalbreite eine Rolle spielen. Bis zum 2,50 Meter Breite sind ohne Sondergenehmigung erlaubt. Fahrten mit Trailern mit einer Breite bis zu drei Metern sind nach dem oben verlinkten Sachverständigenvortrag “üblich bis ca. 3,0 m mit Genehmigung”.

8. Wie geht es weiter?

In den nächsten Beiträgen werde ich zur Bootssuche und -auswahl, den Folgekosten, den nötigen und empfohlenen Formalien und zu Versicherungsfragen schreiben. Wann ich diese Beiträge veröffentliche, hängt davon ab, wie viel Zeit ich finden werde. Wenn Sie keinen Beitrag verpassen möchten, abonnieren Sie gern meinen Blog. Auch über Links hierher freue ich mich.

Kurzinfo zu meiner Unabhängigkeit

Ich erhalte von niemandem ein Sponsoring für diese Beiträge und bin auch nicht in der Bootsbranche beruflich tätig. Insofern sind diese Ausführungen – anders als vieles, was man sonst im Internet findet – unabhängig erstellt. Dies hat bereits manchen “Profi” etwas verärgert – vor allem mein Beitrag zum Eigentumsübergang. Die Beiträge beruhen auf meiner persönlichen Auffassung. Für Anregungen und Kritik, auch in den Kommentaren, bin ich dankbar.

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